Wir sind schockiert, aber nicht überrascht über die erneute Insolvenzanmeldung des Krankenhauses Geesthacht, nur wenige Monate nach der Übernahme durch die CTP Unternehmensgruppe. Die angekündigten massiven Kürzungen, insbesondere die Schließung von Intensivmedizin, Chirurgie und Geburtshilfe, sowie der geplante Abbau von rund 250 Arbeitsplätzen sind für Die Linke ein Skandal und eine akute Gefahr für die gesamte Region.
„Was wir jetzt erleben, ist das bittere Ergebnis einer Gesundheitspolitik, die Krankenhäuser dem Markt überlässt. Dieses Drama belegt eindrücklich: Gesundheit gehört nicht in private Hände, sondern in die öffentliche Daseinsvorsorge!“, erklärt Marc-André Bornkessel unser kreissprecher.
Akute Gefährdung der Versorgung im Südkreis
Durch den Wegfall dieser zentralen Abteilungen ist die medizinische Versorgung für über 100.000 Menschen im Südkreis Herzogtum Lauenburg massiv gefährdet.
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Die geplante Schließung der Geburtshilfe ist ein Schlag ins Gesicht aller werdenden Eltern und bedeutet das Ende der letzten Geburtsstation im gesamten Kreis.
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Der Verlust der Notfallversorgung und der Chirurgie verlängert lebenswichtige Wege für Notfälle und gefährdet damit Menschenleben.
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Der erneute Schwebezustand für die 700 Beschäftigten ist unzumutbar. Ihre Arbeit und ihr Engagement verdienen Planungssicherheit, keine ständigen Hiobsbotschaften.
Forderung: Sofortiger Kurswechsel und Rekommunalisierung
Wir fordern Land und Kreis auf, sofort die Verantwortung zu übernehmen und das Schicksal des Krankenhauses nicht weiter den „Selbstheilungskräften des Marktes“ zu überlassen.
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Stopp der Schließungen: Das Land muss alle Hebel in Bewegung setzen, um die angekündigten Schließungen zum 31. März 2026 zu verhindern und die vollumfängliche medizinische Versorgung in Geesthacht zu sichern.
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Sicherung der Arbeitsplätze: Es muss ein sofortiges Konzept zur Sicherung aller 700 Arbeitsplätze entwickelt werden, vorzugsweise durch eine Trägerschaft in öffentlicher Hand.
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Rekommunalisierung jetzt! Die Linke fordert erneut die Rückführung des Krankenhauses in die öffentliche Trägerschaft. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Patient*innenversorgung und nicht die Gewinnmarge im Mittelpunkt steht.
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Abschaffung der Fallpauschalen: Das Drama in Geesthacht ist ein Armutszeugnis der Gesundheitspolitik in Schleswig-Holstein und zwingt zur sofortigen grundlegenden Reform der Krankenhausfinanzierung durch die Bundesregierung – weg von gewinnorientierten Fallpauschalen hin zu einer bedarfsgerechten Finanzierung.
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„Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger, alle Beschäftigten und die regionalen Akteure dazu auf, sich mit uns für den Erhalt des Krankenhauses als unverzichtbaren Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge einzusetzen. Unsere Gesundheit ist nicht verhandelbar!“, so Marc-André Bornkessel.
