DIE LINKE kritisiert die geplante Streichung der Zuschüsse für das Mittagessen an den Förderschulen als Akt falscher Prioritätensetzung und sozialer Ungerechtigkeit
Der Kreisvorstand der Partei Die Linke Herzogtum Lauenburg verurteilt die Absicht von CDU, Grünen und Freien Wählern, die Finanzierung des Mittagessens für die Schülerinnen und Schüler der Förderschulen Hachede (Geesthacht) und Steinfeld (Mölln) einzustellen.
Die geplante Einsparung von rund 65.000 Euro trifft ausgerechnet jene Kinder, die tagtäglich besondere Herausforderungen meistern und deren Familien oft bereits am Rande ihrer finanziellen und emotionalen Kapazitäten agieren.
Angesichts eines strukturellen Haushaltsdefizits des Kreises von circa 40 Millionen Euro mutet es zynisch an, den Rotstift an einer Stelle anzusetzen, die den größten sozialen Schaden anrichtet. Die Notwendigkeit der Haushaltsgenehmigung durch Kiel darf keinesfalls als Vorwand dienen, Kinder aus einkommensschwachen und belasteten Haushalten weiter in die Isolation zu drängen.
Falsche Prioritäten, fehlende Gerechtigkeit
Es ist sozialpolitisch verheerend, wenn ausgerechnet bei unseren Förderschülerinnen und Förderschülern gekürzt wird, während gleichzeitig Mittel für beispielsweise neue Büroausstattungen verfügbar zu sein scheinen.
Wir sprechen hier von 65.000 Euro – einer minimalen, aber entscheidenden Investition in Chancengleichheit, soziale Teilhabe und Würde. Ein warmes Mittagessen ist hier kein Luxus, sondern ein grundlegender Bestandteil der Daseinsvorsorge.
Die Argumentation, aus einer angeblichen „Ungerechtigkeit“ gegenüber anderen Schulen die Streichung für alle abzuleiten, lehnen wir entschieden ab. Wahre Gerechtigkeit wird nicht durch die Nivellierung nach unten erreicht, indem man den Schwächsten Leistungen entzieht, sondern nur durch den Ausbau sozialer Leistungen für alle.
Mittagessen ist Daseinsvorsorge
Kinder an Förderschulen brauchen nicht weniger, sondern im Gegenteil mehr Unterstützung. Ein warmes und gesundes Mittagessen ist ein elementarer Pfeiler der Bildungsgerechtigkeit und der Gesundheitsförderung. Wer an dieser Stelle spart, gefährdet langfristig die Zukunftsaussichten dieser Kinder.
Unsere politischen Grundsätze:
Armut muss bekämpft, nicht verwaltet werden. Wir fordern Investitionen in Bildung und soziale Infrastruktur, statt kurzsichtiger Kürzungen. Es darf niemand zurückgelassen werden – schon gar nicht Kinder.
Denn unsere Haltung ist klar: Der tatsächliche Wert eines Landkreises misst sich nicht an seinen Haushaltszahlen, sondern daran, wie er seine schwächsten Mitglieder schützt und fördert.