Gedenkkundgebung für die Opfer des Möllner Brandanschlages 1992

Auf Initiative antifaschistischer Gruppen findet am 20.11.2010 ab 12 Uhr auf dem Möllner Bauhof eine Gedenkkundgebung für die Opfer des Möllner Brandanschlages vom 23.11.1992 und anderer rechter Gewalttaten statt. Unterstützt wird die Veranstaltung u.a. von der Antifa Herzogtum Lauenburg, der Linksjugend [solid], der VVN Bund der Antifaschisten und der Partei DIE LINKE.

‘Auch 18 Jahre nach diesem schrecklichen ausländerfeindlich motivierten Brandanschlag, bei dem drei Frauen und Mädchen ums Leben kamen, darf die Tat nicht in Vergessenheit geraten’ erklärt der Fraktionssprecher der Linken im Lauenburgischen Kreistag Michael Schröder den Hintergrund der Aktion. Es sei wichtig, jeder Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Ausgrenzung konsequent entgegen zu treten.

Bezeichnender Weise, so DIE LINKE weiter, konnte zumindest einem der Täter keine Verbindung zur organisierten rechtsextremen Szene nachgewiesen werden. Nach Außen sei er ein ganz ‘normaler’ Möllner gewesen.

Dies zeige, dass die Gefahr von Rechts nicht allein von den offen faschistischen oder rechtextremen Parteien und Gruppierungen wie der NPD oder der so genannten Nationalen Offensive Herzogtum Lauenburg ausgehe. Auch in der Mitte der Gesellschaft sei Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz weit verbreitet. ‘Politiker von konservativen und reaktionären Parteien nutzen diese Stammtischideologien regelmäßig für Wahlkampfzwecke und malen ein Schreckgespenst von einer angeblich steigenden Ausländerkriminalität und einer drohenden Überfremdung an die Wand. Sie warnen vor einem ‘Verfall deutscher Werte’ und kritisieren eine mangelnde Integrationsbereitschaft. Dadurch werden SIE zu den eigentlichen geistigen Brandstiftern!’ meint Michael Schröder.

‘Wir müssen aufhören’, so Schröder weiter, ‘die Gesellschaft in Ausländer und Innländer zu unterteilen. Jeder Mensch, egal welcher Herkunft oder Nationalität, muss selbst entscheiden können, wie weit er sich in die Gesellschaft integrieren will oder lieber seinen individuellen Bedürfnissen nachgeht. – Die Normalität in unserer Gesellschaft besteht in ihrer Vielfalt!’ Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Ausgrenzung hätten keinen Platz in unserer Gemeinschaft. Dies seien Auswüchse einer auf Konkurrenzdenken ausgelegten Gesellschaft, die es zu bekämpfen gelte.